Kafkas „Kleine Literaturen“ im Blick von Gilles Deleuze und Félix Guattari – Lauter Missverständnisse
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http://hdl.handle.net/20.500.11956/206185Identifikátory
Kolekce
- Číslo 1 [8]
Autor
Datum vydání
2025Nakladatel
Univerzita Karlova, Filozofická fakultaPraha
Zdrojový dokument
Brücken (web)ISSN: 2695-043X
Rok vydání periodika: 2025
Ročník periodika: 2025
Číslo periodika: 1
Odkaz na licenční podmínky
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/Klíčová slova (česky)
Franz Kafka, Gilles Deleuze and Félix Guattari, „minor literatures“, Prague, interculturalityDer Aufsatz diagnostiziert die Unangemessenheit dessen, was Gilles Deleuze und Félix Guattari in ihrer Kafka-Studie aus Kafkas Überlegungen im Tagebuch zu „kleinen Literaturen“ gemacht haben. Die Missverständnisse sind umfassend: Was Kafka auf die jiddische Literatur in Warschau und die tschechische Literatur bezogen schrieb, wird bei Deleuze und Guattari zu Ausführungen über die jüdische Literatur in Warschau und Prag – und damit fälschlicherweise zu Aussagen über die deutsche Literatur in Prag und damit auch die Texte Kafkas. Zudem ist ihre Unkenntnis der (inter)kulturellen Situation im damaligen Prag frappant, was zu vielen weiteren grundlegenden Fehlern führt. Bei Deleuze und Guattari ist die kleine Literatur revolutionär und subversiv (was den welt weiten Erfolg dieses Konzeptes erklärt). Bei Kafka geht es um „die Literatur einer kleinen Sprache“ „innerhalb der nationalen Grenzen“ und gerade nicht um die Literatur „einer Minderheit, die sich einer großen Sprache bedient“ sowie ganz und gar nicht um eine ‚deterritorialisierte‘ Sprache. Aufgrund all dieser Unschärfen und Missverständnisse hat das Konzept der „kleinen Literaturen“, wie es Deleuze und Guattari verstehen, keinerlei Wert für die Auseinandersetzung mit Kafkas Texten.
